Tradition


16. Jahrhundert

Die Wirschings kamen im 16. Jahrhundert nach Franken und stifteten 1630 einen Weinberg an die Kirche – dieses Datum markiert den Beginn der familiären Aktivitäten im Weinbau in Iphofen. Das heutige Stammhaus, gebaut um 1550, beherbergt seitdem viele Generationen.

19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert war der Weinbau wegen schwieriger Witterungsverhältnisse klein im Vergleich zu heute. Der Ururgroßvater der heute aktiven Generation, Michael Wirsching, betrieb neben dem Weinbau ein florierendes Handelsgeschäft. Das Anwesen in der Ludwigstrasse hatte aber auch einen großen Gemüsegarten und die obligatorischen Schweine, Kühe und Hühner, um den Speisezettel für die große Kinderschar zu bereichern.

20. Jahrhundert

Die Jahrhundertwende brachte der nächsten Generation neue Schwierigkeiten: Andreas Wirsching war konfrontiert mit der Reblauskatastrophe, die in der Zeit von 1904 bis 1911 den Weinbau am sog. „Iphöfer Berg“ komplett zerstörte. Der erste Weltkrieg tat das Übrige.

Hans Wirsching, sein Sohn, kam als junger Mann aus dem Krieg zurück und nach dem Tod seines Vaters früh in die Verantwortung. Er entschied sich, für den darniederliegenden Iphöfer Weinbau zu kämpfen und begründete das Weingut neu. Zu seinen wichtigsten Leistungen gehörte als Präsident des örtlichen Weinbauvereins der Kampf um Unterstützung, neue Weinberge mit gepfropften, reblausresistenten Reben anzulegen. Er fand einen neuen Namen für die beste Iphöfer Lage, den Julius-Echter-Berg und legte eigenhändig und mit Hilfe seiner Söhne Weinberg für Weinberg neu an. Hans Wirsching wurde bekannt für gute Silvaner, verkaufte seine Weine bis nach Berlin und pflanzte 1952 die erste Scheurebe in Franken.


Hans Wirsching jun., begnadeter Kellermeister, holte Anfang der 60er Jahre seinen Bruder Heinrich, als promovierten Betriebswirt aus München zurück nach Franken und von da an schrieben beide die große Erfolgsgeschichte des Weinguts. Auf ihr Engagement hin entwickelte sich Iphofen mit einer frühen Flurbereinigung zu einer der führenden Weinbaugemeinden Frankens.

Dr. Heinrich Wirsching prägte die Entwicklung des Weingutes, welches wuchs und weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt wurde. Der „neue Stil“, den Hans seinen Weinen gab – frisch, reduktiv, elegant und schlank – wurde zum Markenzeichen. Wirsching Wein fand sich bei Banketts des amerikanischen Präsidenten, wurde von bayerischen Delegationen in die ganze Welt mitgenommen und 1980 sogar „Messwein“ des Papstes. An der besonderen Qualität der Weine änderte sich auch nach dem Tod von Hans 1990 nichts.

Heute

Heute ist die neue Generation schon in der Verantwortung: Andrea, älteste Tochter von Heinrich Wirsching, arbeitet in der Geschäftsleitung mit und kümmert sich vorwiegend um Marketing und Verkauf. Lena, seine jüngste Tochter, absolviert nach einem Weinwirtschafts-Studium in Geisenheim noch einen Master in Family Business Management, um dann zusammen mit ihrer Schwester die Tradition des Weinguts – besondere Silvaner, Rieslinge und Scheureben – erfolgreich weiterzuführen.

  • Julius Echter Berg
  • Falstaff-Auszeichnung für das Lebenswerk
  • Barrique-Keller
  • Andrea Wirsching, Dr. Heinrich Wirsching und Lena Wirsching
  • Weinlese
  • Historischer Weinkeller